Klimaziele – leicht gemacht? ÖKOWORLD Blog im Nachgang zur Fachbeiratstagung am 19. und 20. November 2018 (Teil 2)

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Die Stromproduktion und der Verkehr gehören zu den größten Emittenten von Treibhausgasen in Deutschland. Während bereits 36% (2017) des Stroms mithilfe Erneuerbarer Energien gewonnen wird, dominieren im Verkehrssektor die fossilen Brennstoffe als Energiequelle (2016: 94,5%). Diese sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Emissionen in Deutschland in den letzten Jahren gestiegen sind. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen im Verkehr die CO2-Emissionen dringend reduziert werden.

Klimaschutz am Boden und in der Luft
Hierbei muss zwischen Straßen- und Schienenverkehr auf der einen und Schifffahrt und Flugverkehr auf der anderen Seite unterschieden werden. Bei Ersteren ist eine direkte Versorgung mit Strom, zum Beispiel durch Oberleitungen, beziehungsweise eine Speicherung mithilfe von Batterien, möglich. Im Gegensatz dazu können solche Systeme im Flugverkehr und in großen Teilen der Schifffahrt nicht eingesetzt werden, weil die Batterien in Relation zu ihrem hohen Gewicht zu wenig Energie speichern. Eine Lösung bieten sogenannte „E-Fuels“. Mit Hilfe von Strom aus erneuerbarer Produktion können dabei CO2 und Wasser in synthetischen Treibstoff umgewandelt werden. Problematisch ist allerdings der zu geringe Wirkungsgrad des Energieeinsatzes, so dass auch andere Lösungen für den Flugverkehr und für die Schifffahrt entwickelt werden.

Im Rahmen der diesjährigen Klimabeiratstagung stellte Gastredner Prof. Dr. Wietschel, stellvertretender Leiter des Competence Centers Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, als Beispiel das große Potential von Hybrid-Oberleitungs-LKW zur Reduzierung der Emissionen heraus. Diese würden die rein dieselbetriebenen Zugmaschinen ersetzen, welche momentan allein ca. 5% der nationalen CO2-Emissionen verursachen. Jedoch sperre sich die deutsche Automobilindustrie gegen die Veränderungen im Straßenverkehr und blockiere damit die Elektrifizierung.

Woher kommt der Strom?
Ein weiteres Hindernis für die Energiewende im Verkehr ist der hohe Anteil von Kohle- und Atomstrom am Strommix. Nur wenn der Strom vollständig aus Erneuerbaren Energien produziert wird, kann die Elektrifizierung die Emissionen maßgeblich senken. In den letzten Jahren hat sich jedoch der Ausbau dieser Technologien verlangsamt. Ein Grund ist, dass insbesondere der Bau von Onshore-Windkraftwerken, Anlagen auf Land, in der Bevölkerung nicht den notwendigen Rückhalt bekommt. Gründe sind ihre Lärmbelastung und die markanten Veränderungen der Landschaft.

Ethisch-ökologische Lösungen
Offshore-Windparks, Windanlagen auf See, könnten dieses Problem lösen. Sie sind für die Bevölkerung weder sicht- noch hörbar und können zudem durch den stärkeren Wind auf dem offenen Meer mehr Strom produzieren. Die ÖKOWORLD LUX S.A. unterstützt mit seinen Fonds nachhaltige Lösungen im Verkehrs- und Energiesektor. Zum Beispiel investiert ÖKOWORLD mit Canadian National Railway in den Schienengüterverkehr, einer umweltverträglichen Alternative zum Gütertransport auf der Straße. Der dänische Windanlagenhersteller Vestas ist ebenso Teil der ÖKOWORLD-Fonds und wurde 2017 sogar mit dem ÖKOVISION SUSTAINABILITY LEADERSHIP AWARD ausgezeichnet. Vestas baut sowohl Onshore- als auch Offshore-Windkraftanlagen und leistet damit einen essentiellen Beitrag zur Energiewende.

Konsum ohne Limit?
Im Rahmen der sich rasant entwickelnden Digitalisierung geht der Trend hin zu einem steigenden Strombedarf. Insbesondere durch die stark zunehmenden Datenströme, zum Beispiel ausgelöst durch Streaming, könnte dieser zukünftig noch höher als erwartet ausfallen.

Reicht die Entwicklung von immer effizienteren Technologien noch aus, um den zusätzlichen Energiebedarf zu decken? Oder müssen wir uns fragen, welche Innovationen wirklich notwendig sind und unseren Konsum reduzieren, um die Klimaziele zu erreichen und damit den Klimawandel aufzuhalten?

Beitrag von Lars von Danwitz – Praktikant bei der Ökoworld AG im Bereich Sustainability Research.