Mikroplastik: unsichtbar und überall? ÖKOWORLD Blog im Nachgang zur Fachbeiratstagung am 19. und 20. November 2018 (Teil 3)

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Seit langem sind die Konsequenzen der Umweltverschmutzung durch Plastikmüll allseits bekannt. Von 335 Millionen Tonnen des 2016 weltweit produzierten Kunststoffs gelangten nach Schätzungen ca. acht Millionen Tonnen ins Meer. In der Öffentlichkeit wurde bisher vor allem über die mit bloßem Auge sichtbaren Teile, wie zum Beispiel Plastiktüten, gesprochen. Nicht sichtbare Kleinstpartikel, Mikroplastik genannt, sind in der öffentlichen Wahrnehmung und der Wissenschaft ein relativ neues Thema. Als Mikroplastik werden Partikel kleiner als fünf Millimeter bezeichnet. Aufgrund der zunehmenden Wichtigkeit stand das Thema in diesem Jahr nicht nur auf der Agenda der World Water Week, sondern auch die ÖKOWORLD-Fachbeiratstagung hat sich mit dieser Problematik beschäftigt.

Wie entsteht Mikroplastik?
Laut Fachbeiratsmitglied Dipl.-Ing. David Montag, Oberingenieur am Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen, sind neben Kosmetik- und Pflegeprodukten und beim Waschen von Kleidung sich ablösende Partikel insbesondere der Reifenabrieb eine wichtige Quelle von Mikroplastik. Während das beim Waschen entstehende und in Kosmetik- und Pflegeprodukten enthaltende Mikroplastik über das Abwasser zumindest in die Kläranlagen und nicht direkt in die Natur gelangt, wird der Reifenabrieb von der Straße z. T. unmittelbar in Oberflächengewässer und letztlich auch ins Meer gespült.

Mikroplastik in der Nahrung?
Über die Oberflächengewässer dringt Mikroplastik auch in die Nahrungsketten ein, d. h. es wird z. B. von Fischen aufgenommen. Durch deren Verzehr nimmt auch der Mensch diese Kleinstteilchen auf. Erste Studien deuten darauf hin, dass Kläranlagen nur einen Teil der Mikrokunststoffe aus dem Wasser filtern können. Hierüber herrscht jedoch genauso Unklarheit wie über die so wichtige Frage, wie schädlich Mikroplastik für den menschlichen Organismus ist. In diesem Punkt ist eine differenzierte wissenschaftliche Betrachtung sowie Unterscheidung nach unterschiedlichen Kunststoffarten notwendig.

Wasser ist Leben
Unabhängig von diesen zu klärenden Fragen engagiert sich die ÖKOWORLD LUX S.A. seit Jahren mit dem Fonds WATER FOR LIFE für einen schonenden Umgang mit der Ressource Wasser beziehungsweise dem Schutz natürlicher Wasserreservoirs. Der brasilianische Kläranlagenbetreiber COPASA sorgt nicht nur für eine gute Trinkwasserqualität und Abwasserbehandlung, sondern fördert mit Hilfe von Umweltbildungsmaßnahmen auch den sparsamen Umgang mit Wasser. Die britische Pennon Group ist sowohl in der Wasseraufbereitung tätig, als auch Marktführer in der Sortierung von Müll und trägt somit zur Verbesserung der Plastikrecyclingquote bei. Beide sind Teil des WATER FOR LIFE und anderer ÖKOWORLD-Fonds.

In unserer Blog-Serie anlässlich der Beiratstagung haben wir über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in den Bereichen Klimapolitik, Verkehr/Energie und jetzt Mikroplastik informiert sowie Lösungen aufgezeigt. Festzuhalten bleibt, dass es stärkerer Anstrengungen bedarf, um die Klimaziele zu erreichen und den Klimawandel aufzuhalten. Diese sollten sowohl auf politischer und ökonomischer, zum Beispiel durch einen Mindestpreis auf CO2, als auch auf persönlicher Ebene stattfinden. Anleger*innen müssen sich fragen, ob sie Kohlestrom oder lieber Windparks und Recycling finanzieren möchten. Durch Investitionen in ÖKOWORLD-Fonds werden Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen zur Verringerung von Treibhausgasen und zur Erhöhung der Energieeffizienz beitragen, unterstützt.

Beitrag von Lars von Danwitz – Praktikant bei der Ökoworld AG im Bereich Sustainability Research.